Wir pflanzen einen Baum – aber welchen?

*Werbung wegen Verlinkung* Ich weiss nicht wie Ihr das seht aber ich finde, ein Baum gehört in jeden Garten! So ein Baum ist so vieles. Bäume sind Leben und Lebensraum. Ein Baum schafft Struktur, er spendet Schatten, er verbessert das Klima,… bei uns hieß es daher im letzten Jahr (mal wieder): wir pflanzen einen Baum!

Und zu gerne möchten wir Euch auch für Bäume begeistern. In diesem ersten von zwei Posts soll es deshalb darum gehen, welcher Baum für Euch und Euren Garten der richtige ist 😉

Wir pflanzen einen Baum – aber welcher passt in unseren Garten?

Das ist natürlich die grundlegendste und wichtigste Frage, die Ihr Euch stellen solltet, bevor Ihr einen Hausbaum pflanzt. Denn natürlich macht es wenig Sinn, im 200 qm großen Reihenhaus-Garten eine Eiche zu pflanzen… Überlegt Euch also vorab erst einmal, welche Eigenschaften und welchen Nutzen Euer Baum haben soll:

Wie groß darf mein Baum werden?

Das ist eine der ersten und wichtigsten Fragen die Ihr Euch stellen solltet. Schließlich wollt Ihr ja lange Freude an Eurem neuen Baum und Eurem Garten haben. Und ganz ehrlich: für die meisten Gärten ist eine Eiche, Buche oder Kastanie einfach zu groß.

Dennoch: kein Garten ist wirklich zu klein für einen Baum. Da die Grundstücke tendenziell immer kleiner werden, gibt es von vielen Arten auch inzwischen klein bleibende Züchtungen. Viele Obstbäume z.B. werden inzwischen einfach auf schwach wüchsen Unterlagen veredelt*.

Info: Die meisten Obstbäume und auch fast alle Rosen werden üblicherweise „veredelt“. Das Bedeutet, dass ein Zweig einer Pflanze auf den Wurzelstock einer anderen Sorte „transplantiert“ wird. Dies dient zum einen der sortenreinen Vermehrung von Rosen und (Obst-) Gehölzen. Da durch eine Vermehrung aus Samen in den meisten Fällen genetisch abweichende Planzen-Nachkömmlinge entstehen würden. Diese würden (im Falle von Obstbäumen) erst nach Jahren Früchte tragen. Durch die Veredelung entsteht ein „Klon“ der Mutterpflanze, welcher dieselben Früchte / Blüten hervorbringt. Der zweite Nutzen der Veredelung liegt in der Vereinigung der guten Eigenschaften zweier Sorten. So kann man z.B. eine Süßkirsche, die normalerweise zu einem stattlichen Baum von bis zu 20 m Höhe heranwachsen würde, auf eine schwach wüchsige Unterlage veredeln. So erhält man dieselben süßen Früchte von einem „Kleingarten-tauglichen“ Baum. Auch kann man auf diese Weise anfällige Planzen auf robusteren Unterlagen zu widerstandsfähigen Exemplaren machen.

Die Märzkirsche ist ein tolles Beispiel für ein Bäumchen, das auch im kleinsten Garten und auf dem Balkon Platz findet. Sie ist eigentlich ein Strauch, der aber häufig auf Hochstämmchen veredelt angeboten wird. Namensgebend ist die frühe Blüte, die schon im März reichlich Nahrung für Bienen und Hummeln bietet. Die winzigen Früchte sind aber nicht wirklich verwendbar. Sie bleiben für die Gartenvögel am Baum 😉

Welchen Nutzen soll mein Baum haben?

Auch die Beantwortung dieser Frage, bringt Euch bei der Wahl „Eures“ Baumes ein gutes Stück weiter. Ein Baum kann so vieles, er dient als:

  • Zierde / Gestaltungselement
  • Schattenspender
  • Nahrungsquelle
  • Wohnraum und Nahrung für Nützlinge

Ihr solltet Euch daher klar machen, was für Euch wichtig ist. Möchtet Ihr einen Baum, der leckere Früchte trägt? Dann muss es natürlich ein Obstbaum werden. Ihr solltet Euch dabei klar darüber sein, dass diese Bäume nun mal Früchte tragen, die Ihr dann auch ernten und verarbeiten solltet. Ansonsten habt Ihr im Spätsommer oder Herbst einen Garten voller faulendem Fallobst – und wer will das schon?

Habt Ihr also keine Lust auf Ernte, dann solltet Ihr Euch nicht für einen Obstbaum entscheiden.

Unser Apfelbaum gibt unserem Garten erst seine Struktur. Wir hatten einfach Glück, einen Garten zu bekommen in dem ein so alter und wunderschöner Baum wächst.

Möchtet Ihr einfach ein Zier-Gehölz, das Struktur gibt und schön aussieht? Dann solltet Ihr Euch für eine Sorte mit schönen Blüten und Laub entscheiden. Magnolien zum Beispiel blühen im Frühjahr wunderschön und lassen den ganzen Garten unglaublich verträumt aussehen.

Vielleicht wollt Ihr aber auch einfach etwas für Vögel, Insekten und andere Tiere in Eurem Garten tun? Dann entscheidet Ihr Euch am besten für heimische Gehölze, die als Nährgehölze für Vögel und Insekten ideal geeignet sind. Weißdorn, Felsenbirnen, Kornelkirschen, Hasel und fast alle Obstbäume sind gute Beispiele dafür.

Unser Hasel bietet neben Wohnraum für Eichhörnchen, Vögel und Insekten auch noch tolle Klettermöglichkeiten für die kleine Garten-Fee 😉

Wieviel Arbeit darf der Baum machen?

Dieser Aspekt ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Laubbäume verlieren im Winter ihr Laub. Wer es im Garten gern aufgeräumt hat, muss das Laub dann im Herbst weg harken. Ich bin da entspannt, und kann Laub gut liegen lassen. Ich gebe is in den natürlichen Kreislauf zurück 😉 Das sieht aber nicht jeder so…

Bei Obstbäumen muss zusätzlich im Spätsommer oder Herbst geerntet werden. Bäume mit großen Blüten werfen noch dazu ihre Blütenblätter ab. Die Tulpenmagnolie ist hierfür ein gutes Beispiel.

Unsere ehemalige Nachbarin hatte eine uralte und riesengroße Tulpenmagnolie in ihrem Garten. für das Rasen mähen in dem Garten war ich bis letztes Jahr verantwortlich. Daher weiss ich eines: Ein solcher Baum wird in unseren Garten wohl nicht einziehen. Die Magnolie blüht so wunderschön, aber wenn Sie dann verblüht… Ich kann Euch sagen, das ist kein Spaß. Die großen Blüten fallen „in vollem Saft“ vom Baum und bleiben unten liegen.

Wenn Ihr die einfach liegen lasst, bildet sich eine dicke, schwere und faulende Decke aus Blütenblättern, die mit der Zeit auch noch einen unguten Geruch ausströmt. Das kann man nicht einfach liegen lassen. Vor allem nicht auf Rasen. Ihr müsst also harken, oder die Blätter mit dem Mäher „aufsaugen“. Das ist eine große Schweinerei.

wunderschön – aber „arbeitsintensiv“ ist die Tulpenmagnolie

Zu guter Letzt gehört ein mehr oder weniger regelmäßiger Gehölz-Schnitt bei vielen Bäumen zu den notwendigen Pflegearbeiten (Wir haben hier und hier schon einmal ein bisschen was dazu zusammen geschrieben). Hier sind die meisten Nadelbäume sicher weniger arbeitsintensiv als Ihre belaubten Verwandten. Auch verlieren sie nicht ihre Blätter. Aber Nadelbäume werden oft sehr groß und sie säuern auf Dauer den Boden. Außerdem wirken die meisten Exemplare auf mich irgendwie dunkel und deprimierend. Das ist natürlich Geschmacksache.

Welche Boden- und Lichtverhältnisse bietet mein Garen?

Pflanzen brauchen Licht und Nährstoffe. Die einen mehr, die anderen weniger. Das gilt auch für Bäume. Wenn Ihr also entschieden habt: „wir pflanzen einen Baum“ dann müsst Ihr Euch auch Gedanken über seine Standort-Ansprüche machen. Nicht jeder Baum kann gut auf jedem Boden wachsen. Auch die Ansprüche an das Klima sind ganz unterschiedlich.

So ist ein Pfirsichbaum in einem Garten im Hohen Norden eine eher nicht so gute Idee. Wohnt Ihr in einem Pfälzer Weinbau-Gebiet, fühlt der Pfirsich sich hingegen pudelwohl bei Euch.

Obstbäume benötigen meist nährreichen Boden und gedeihen nicht so gut in sandigem Grund. Nadelbäume mögen es sauer. Und Ihre Nadeln säuern den Boden um den Baum herum. Damit hat der Baum auch Auswirkungen auf seine „Pflanzen-Nachbarn.

Lasst Euch gut beraten!

Es gibt viele tolle Bücher über Gartenpflanzen, die Euch bei der Entscheidung für den richtigen Baum helfen können. Ich persönlich bin ein großer Fan der Bücher des Ulmer-Verlages. Das große Ulmer Gartenbuch gibt zu allen Bereichen des Gartens grundlegende Informationen. Auch die wichtigsten Gehölze werden hier mit vielen wichtigen Infos vorgestellt.

Ich selbst habe aber dennoch gute Erfahrungen damit gemacht, mich in einer Baumschule in der Nähe noch einmal beraten zu lassen. Wir haben zum Beispiel im letzten Jahr einen Quittenbaum gepflanzt. Da einer unserer Apfelbäume schon sehr alt ist (mindestens 80 Jahre), wollten wir rechtzeitig für Ersatz sorgen. Das eine Quitte gepflanzt werden soll, war schnell entschieden. Aber welche Sorte genau? Und kann die Quitte z.B. andere Obstbäume als Nachbarn ertragen? Dazu haben wir uns in der Baumschule Upmann ausführlich beraten lassen 😉

Ohne Bäume geht es nicht

Ich finde also, Bäume und Sträucher gehören in jeden Garten. Sie sehen wirklich schön aus und sind als Gestaltungselemente nicht zu ersetzen. Aber viel wichtiger ist, dass Gehölze wichtig für den natürlichen Kreislauf sind. Im Grunde stellt ja jeder Baum einen ganz eigenen Kreislauf des Lebens dar.

sinnvoll ergänzt

Wir haben also unseren „Baumbestand“ im letzten Frühjahr noch einmal etwas erweitert. Nach reiflicher Überlegung haben wir uns für die Quitte entschieden.

Was beim Pflanzen wichtig ist, berichten wir Euch in der nächsten Woche in einem zweiten Post zum Thema „Wir pflanzen einen Baum“

Bis dahin wünschen wir Euch viel Spaß bei Euren Planungen für die neue Gartensaison!

herzlichst

Eure Gartenkinder

Ein Kommentar bei „Wir pflanzen einen Baum – aber welchen?“

  1. […] in unserem Beitrag zur Auswahl des richtigen Baumes für Euren Garten habe ich für die gute alte Baumschule plädiert. Aus meiner […]

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