Der Frühling kommt – Zeit zum Bäume pflanzen

Letzter Schliff nach dem Bäume pflanzen

In einem ersten Beitrag zum Thema Bäume haben wir versucht Euch davon zu überzeugen, dass Ihr Bäume pflanzen solltet… Hat das geklappt? Seid Ihr schon voller Tatendrang? Dann lest bitte weiter. Wir erklären Euch gern, worauf es beim Pflanzen ankommt…

Vielleicht hab Ihr also inzwischen Euren „Traum-Baum“ gefunden? Bei uns ist die Wahl auf eine Quitte gefallen. Unsere Apfelbäume sind zum Teil ja schon sehr alt. Daher haben wir immer Angst, einer davon könnte irgendwann schlapp machen. Die Quitte soll nun frühzeitig für Ersatz sorgen. Wir haben daher auch etwas mehr investiert und einen Baum gekauft, der schon ein paar Jahre alt ist.

Woher bekommt Ihr einen gesunden Baum?

…schon in unserem Beitrag zur Auswahl des richtigen Baumes für Euren Garten habe ich für die gute alte Baumschule plädiert. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, hiervon abzuweichen. Baumschulen sind im Grunde ja Gärtnereinen, die sich auf die Aufzucht und Pflege von Bäumen und Gehölzen spezialisiert haben. In Baumschulen…

  • gibt es eine Auswahl an Bäumen und Gehölze die selbst gezogen bzw. veredelt wurden
  • könnt Ihr vor Ort Euren Baum auswählen
  • gibt es Bäume verschiedenen Alters und damit in unterschiedlichen Preislagen
  • erhaltet Ihr Beratung von Fachleuten
  • könnt Ihr auch nach dem Kauf auf die Beratung zurück greifen, falls es Probleme gibt oder Euer Baum nicht richtig „angeht“

Containerware oder Wurzelnackt

hä? wie Container, was nackt?

Containerpflanzen

Es ist ganz einfach: in Gartencentern bekommt man Pflanzen und Gehölze fast ausschließlich als „Container-Ware“. D.h., die Pflanze kommt in einem mehr oder weniger großen Plastik-Topf daher.

Vorteile

  • Containerpflanzen kann man zu jeder Jahreszeit pflanzen
  • Die Wurzeln sind nicht gestutzt
  • Die Pflanze kommt mit einem Ballen mit Erde und meist mit Dünger versorgt zu Euch
  • So besteht nach der Pflanzung ein recht geringes Risiko, dass das Gehölz nicht gut anwächst

Nachteile

  • Der Wurzelballen steht im Container eingeengt
  • Steht die Pflanze zu lange im Container, können die Wurzeln im Topf in der Runde wachsen
  • Wurzeln können faulen
  • Die Pflanzen sind oft teurer, als wurzelnackte Exemplare aus der Baumschule

Die Wurzelnackte Variante

Kauft Ihr „wurzelnackte“ Gehölze, bekommt ihr eine Pflanze, die in der Baumschule (hoffentlich frisch) für Euch ausgegraben wurde.

Vorteile

  • Die Pflanze wurde – im Idealfall – frisch für Euch ausgegraben. D.h. sie durfte bis zum Verkauf an möglichst idealer Stelle in der Baumschule wachsen
  • wurzelnackte Pflanzen sind oft günstiger (vor allem, wenn Ihr viele Pflanzen braucht, z.B. für eine Hecke, ist das ein großer Vorteil)
  • Ihr braucht kein Zusätzliches Gewicht eines schweren Ballens transportieren

Nachteile

  • Wurzelnackte Gehölze müssen nach dem kauf möglichst sofort gepflanzt werden – die Pflanze wird ja nicht mehr versorgt
  • schon während eines längeren Transports können die Planzen durch Wind und Sonne austrocknen und Schaden nehmen
  • Ihr solltet solche Gehölze nur zur idealen Pflanz-Zeit (Frühling oder Herbst) einsetzen
  • Die Gefahr, dass die Pflanze nicht gut anwächst ist größer als bei Containerware

Gehölze mit Ballen in Jute

Und dann gibt es noch die Variante mit dem Ballen, der mit Erde in Jute eingeschlagen wird. Auch diese Variante bekommt man wohl nur in der Baumschule. Unsere Quitte haben wir so hübsch verpackt in unseren Garten geholt. Gerade für Gehölze, die schon etwas größer sind, ist das sinnvoll. Aus meiner Sicht die bequemste Art zum Bäume pflanzen.

Vorteile

  • Das Gehölz wird in der Baumschule für Euch ausgegraben und eingeschlagen (Wir haben einen Termin dafür mit der Baumschule verabredet)
  • Die Pflanze ist mit Erde versorgt und kann ein paar Tage gut überleben
  • Ihr könnt Euren Baum mit samt der „Verpackung“ einpflanzen, die Jute-Hülle wird in der Erde kompostiert
  • Der Ballen ist weniger tief als ein Container und damit weniger schwer und besser zu transportieren

Nachteile

fallen mir gerade echt keine ein…

Wann ist die beste Zeit um einen Baum zu pflanzen?

Die beste Zeit, um Bäume und Gehölze zu pflanzen ist das zeitige Frühjahr. Also jetzt! Auch im Herbst kann man Gehölze pflanzen. Beide Jahreszeiten haben ihre Vor- und Nachteile. Wenn man sich mit Gärtnern unterhält, bekommt man tatsächlich unterschiedliche Auskünfte. Was spricht also für…

Pflanzung im Frühjahr

Pflanzt Ihr einen Baum im Frühjahr hat er genug Zeit, um Wurzeln zu bilden. So kann er sich im Sommer, wenn es sehr trocken ist, schon ganz gut selbst versorgen. Das gilt natürlich nur, wenn Ihr wirklich zeitig pflanzt. Also – sobald der Boden nicht mehr gefroren ist: ran an den Spaten! Und keine Sorge: den meisten Bäumen macht ein bisschen Spätfrost im Frühling nichts aus.

Dennoch gibt es ein Aber: frühjahrsblühende Bäume (also fast alle Obstbäume) brauchen im Frühling viel Kraft für die Bildung von Blüten und später der Früchte. Diese Kraft fehlt dann für die Wurzelbildung. Ihr müsst Euren Baum also gut wässern, damit er im Sommer keinen Schaden durch Trockenheit nimmt.

Es kann helfen, die Blüten im ersten Jahr zu entfernen. Damit verzichtet Ihr zwar auf Früchte, der Baum gewinnt aber an (Wurzel-) Kraft.

Pflanzung im Herbst

Im Herbst gepflanzte Bäume können über Wassermangel nicht klagen. Auch können Sie Ihre ganze Kraft in die Wurzelbildung stecken, da die Blüte- und Erntezeit ja nun vorbei ist.

Andererseits sind die Tage bis zum Winter gezählt. Es bleibt also nur begrenzt Zeit für die Wurzelbildung. Bei Eintritt des Winters geht das Gehölz in die „Winterruhe“ und stellt das Wachstum ein. Die Jungen Wurzeln sind evtl. noch Frostanfällig und können Schaden nehmen. Das schadet natürlich auch der Gesundheit Eures Baumes. Also: Wenn Ihr im Herbst pflanzt, dann bitte spätestens im Oktober.

Worauf kommt es beim Pflanzen an?

Egal, ob Ihr Euren Baum nun als Containerpflanze, wurzelnackt oder in Jute eigeschlagen erstanden habt: Am besten pflanzt Ihr ihn so schnell wie möglich ein. Vorher stellt Ihr Euren Baum (Containerpflanzen natürlich ohne den Topf) in einen großen Kübel mit Wasser. Lasst dem Baum einige Stunden Zeit, damit sich die Wurzeln richtig vollsaugen können.

wie tief sollte das Planz-Loch sein?

Euer Pflanz-Loch sollte doppelt so breit und doppelt so tief sein, wie der Wurzelballen Eures Baumes. Den Boden des Pflanz-Lochs solltet Ihr mit dem Spaten auflockern. So können die Wurzeln den Boden besser durchdringen.

Um den Baum herum sollte eine Bienenwiese entstehen. Daher wollten wir einen großen, gleichmäßigen Baumring haben. Dazu habe ich aus einem Stahlstab, einer Schnur und dem Spaten einfach einen „Zirkel“ gebaut. Wir werden auch dazu noch berichten…

Worauf kommt es an, beim Bäume pflanzen?

Vor allem dann, wenn Ihr keinen so hummosen Boden im Garten habt, solltet Ihr die Erde um Euren Baum herum aufbessern. Der Boden in unserem Garten ist sehr sandig. Wir haben unsere neu gepflanzten Bäume daher immer mit Kompost versorgt. Das geht am Besten, wenn Ihr den Aushub aus Eurem Pflanz-Loch im Verhältnis 1:1 mit reifem Kompost mischt.

Generell solltet Ihr immer zu zweit sein, wenn Ihr einen Baum pflanzt. Einer Hält den Baum gerade, in der richtigen Höhe in das Loch. Der andere gibt die Erde und viel Wasser hinein. Achtet auch darauf, dass die Veredelungsstelle deutlich über der Erde bleibt. Sonst kann die Edelsorte selbst Wurzeln bilden und (im schlimmsten Fall) die Unterlage abstoßen.

hier sieht man deutlich die Stelle, an der unsere Quitte auf der Unterlage veredelt wurde

Beim Einfüllen der Erde solltet Ihr immer wieder wässern und die Erde um den Wurzelballen herum gut fest treten. Wenn Ihr Wurzelnackte Gehölze pflanzt, müsst ihr besonders darauf achten, dass möglichst alle Wurzeln mit Erde umgeben sind. Wenn es zu viele Lufteinschlüsse gibt, können die Wurzeln den Baum nicht richtig versorgen.

Pfahl oder nicht Pfahl – ist das eine Frage?

Die meisten Gärtner werden sagen: keine Frage: Ein junger Baum braucht einen Pfahl! Eigens unser „Baum-Gärtner“ Ruben Wächter (https://www.facebook.com/Baum-Garten-Wächter-257724630943146/) findet, darauf könne man verzichten. Ruben hat während eines Baumschnitt-Kurses in unserem Garten bei uns eine Pflaumenbaum gepflanzt – ohne Pfahl. Und was soll ich sagen – zwei Jahre und ebensoviele stürmische Herbste später steht der Baum immer noch. Und zwar Kerzengerade 😉 Ihr könnt hier gern noch einmal nachlesen, was Ruben uns auf die Frage nach dem Pfahl genau geantwortet hat.

Da steht sie nun, unsere Quitte – gut gewässert und ohne Pfahl 😉

Ob Euer Baum einen Pfahl braucht, müsst Ihr natürlich selbst entscheiden. Den Pfahl müsst Ihr natürlich gleich mit ins Pflanz-Loch geben. Ihr setzt Ihn am besten 50 cm tiefer, als den Wurzelballen Eures Baumes. Am besten ist er an der-West-Seite platziert, denn von dort kommt meist der Wind.

Tipp: In der Baumschule könnt Ihr in aller Regel den passenden Pfahl zu Eurem Baum gleich dazu bekommen.

Damit Ihr lange Freude an Eurem Baum habt

…solltet Ihr Euren neuen Gartenbewohner in der ersten Saison nach dem Pflanzen gut wässern. Ihr müsst immer bedenken, dass sich der Baum in Eurem Garten erstmal einleben muss. Sprich: er muss Wurzeln bilden, die Ihm sicheren Stand geben. Je nach Sorte ist auch ein Pflanzschnitt nötig. Lasst Euch dazu am Besten in der Baumschule beraten.

Unser Quittenbaum hat uns im ersten Jahr schon ganze vier Früchte geschenkt 🙂 Da der Sommer ja mega heiß und trocken war, haben wir viel Gewässert. Jetzt sind wir mal gespannt, ob er die Hitze und den ersten Winter gut überstanden hat.

Wir wünschen Euch allen viel Spaß im Garten und vor allem beim Bäume pflanzen!

herzlichst

Eure Gartenkinder

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