Trauermücken – die 5 besten Tipps zur Rettung Eurer Anzucht

Heute berichte ich Euch von einem riesen Misserfolg – Und verrate Euch, wie IHR ihn vermeiden könnt! Als ich diesen Post vor Jahren das erste mal veröffentlich habe, hatte ich gerade meine gesamte Kräuter- und Chili-Anzucht im Kompost entsorgt. Ich musste komplett neu anfangen 😥 Der Grund: ein mittelschwerer Befall mit Trauermücken!

Und so war das damals: Nur wenige Tage nachdem ich, wie hier berichtet, meine ersten Kräuter und Chilis ausgesät hatte, krabbelten die ersten kleinen schwarzen Fliegen aus den Töpfchen. Zuerst waren es nur wenige aber schon am nächsten Tag waren es (gefühlt) ganze Heerscharen.

Trauermücken – fiese Plagegeister 

Meine Internet-Recherche ergab, dass es sich bei den winzigen kleinen Fliegen um Trauermücken handelte. Sie sehen ähnlich wie Fruchtfliegen aus, nur sind sie schwarz und etwas zierlicher. Man sieht sie zunächst nicht. Wenn man aber gießt bzw. die Anzucht-Erde besprüht fliegen Sie ganz aufgeschreckt umher.

Trauermücken können in jeder Zimmerpflanze auftauchen. Sie lieben feuchte Erde und legen dort ihre Brut ab. Die ausgewachsenen Tierchen schädigen die Pflanze nicht. Aber ihre Larven ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenteilen und den jungen Wurzeln.

Meine Keimlinge des roten Hibiskus, die ich als erste ausgesät hatte, bekamen nach einigen Tagen plötzlich welke Blätter. Es wurde also Zeit zu handeln.

Häufige Tipps zur Bekämpfung der Trauermücke

Online findet man unzählige Tipps zur Bekämpfung der kleinen Plagegeister. Die häufigsten waren:

  • Gelbfallen aufstellen
  • die Mücken mit Nematoden bekämpfen
  • Anzucht-Erde sterilisieren
  • befallene Pflanzen umtopfen
  • die Erde möglichst trocken halten
  • Sand auf der Oberfläche verteilen
  • Streichhölzer kopfüber in die Erde stecken
  • sogar das besprühen der Pflanzen mit Alkohol wurde empfohlen

Meine ersten eigenen Erfahrungen bei der Bekämpfung von Trauermücken sahen so aus:

Die Sache mit den Nematoden war mir sehr suspekt und schied daher für mich aus.  Inzwischen sehe ich das anders. Dazu komme ich weiter unten im Beitrag noch einmal.

Auch die Sache mit dem Alkohol erschien mir nicht praktikabel. Ich befürchtete auch hier ein Austrocknen der schon vorhandenen Keimlinge. Die Mini-Keimlinge umzutopfen hätte sicherlich auch nicht ohne hohe Verluste funktioniert.

Also habe ich Sand auf den Töpfchen verteilt, und Streichhölzer kopfüber in die Erde gesteckt. Der Sand soll die Trauermücken daran hindern, ihre Eier in der Erde abzulegen. Der Schwefelanteil in den Köpfen der Streichhölzer sollte die Brut der Tiere absterben lassen. Zusätzlich habe ich noch Gelbtafeln aufgebaut. Hier landeten schon einige der Mücken. Aber insgesamt hatte ich mit meinen Bekämpfungsversuchen wenig erfolg.

Nach einigen Tagen wurden alle Keimlinge immer mickriger. Meine roten Hibiskus-Pflänzchen waren inzwischen komplett abgestorben.

Dieser Kampf war hoffnungslos verloren

Am Ende habe ich etwas getan, was mir eigentlich so gar nicht liegt – Ich habe den Kampf aufgegeben! Meine Komplette Anzucht ist – nicht ohne Schmerz und Reue – in der Biotonne gelandet. Das geschlossene Mini-Gewächshaus habe ich raus auf die Terrasse getragen, um möglichst Wenige kleine Flugobjekte in der Wohnung „freizulassen“.

Wie ich überhaupt an die Trauermücken geraten bin? Grundsätzlich können diese von draußen kommen – z.B. beim Lüften durch das offene Fenster…. Allerdings sind ja im Moment noch nicht so viele Insekten draußen unterwegs. Ich gehe davon aus, dass die Mückenlarven bereits in meiner Erde waren. Diese hatte ich noch vom letzen Jahr. Sie lag draußen an meinem Pflanz-Tisch. Ich nehme an, dort haben die Tiere wohl überwintert und als sie dann in der warmen Wohnung gelandet sind…

Ich bin also in den Gartenmarkt gegangen, habe mir neue Anzucht-Erde gekauft, und ganz von vorn angefangen. Dieses mal habe ich dann gleich auch die Tomaten mit ausgesät. Schließlich haben wir ja inzwischen März  😉 . Dieses mal habe ich von vorn herein Gelbstecker angebracht. Bisher sind noch keine Fliegen aufgetaucht. Ich hoffe also, dass die neue Erde nicht „kontaminiert“ ist, und Eindringlinge von Außen and den Gelbsteckern hängen bleiben, bevor sie dazu kommen Eier abzulegen.

Meine ultimativen Tipps gegen Trauermücken für Euch – aus eigener Erfahrung

Heute würde ich folgendes Fazit ziehen: Trauermücken sind, wie die meisten Pflanzenschädlinge, nicht so einfach los zu werden. Ich habe daher inzwischen doch die Bekämpfung mit Nematoden ausprobiert. Das funktioniert tatsächlich ziemlich gut. Aber hier noch einmal alle oben genannten Tips im einzelnen, bestimmt ist für Euch etwas dabei:

Das hat gut funktioniert:

Gelbfallen aufstellen

…ist immer eine gute Idee. Die Gelbfallen oder Gelbtafeln sind mit Leim bedeckt. Die gelbe Farbe lockt die Trauermücken an, die dann am Leim kleben bleiben. So kann man dem Befall einigermaßen vorbeugen – Wer an einer Gelbtafel klebt, kann schonmal keine Eier mehr in die Erde legen. Außerdem seht Ihr dann sehr schnell, dass Eure Anzucht befallen ist.

Diese Methode funktioniert aber bei starkem Befall auch nicht mehr so zuverlässig. Denn die Larven in der Erde sind ja die eigentlichen Übeltäter. Wenn davon schon zu viele an den Wurzeln knabbern, braucht Ihr zusätzliche Hilfe und zwar am besten von:

Nematoden

Die winzig kleinen Würmer bekommt Ihr im gut Sortierten Gartenmarkt oder eben online. Ihr bekommt Sie in einem kleinen Tütchen. Der Inhalt sieht wie ein Pulver aus und wird ins Gießwasser gegeben. Wenn Ihr es mit einem Starken Befall zu tun habt, ist das das Zuverlässigste Mittel. Ich lasse meine Gelbfallen dann trotzdem hängen – falls sich doch noch jemand verirrt.

Anzucht-Erde sterilisieren

Meistens lauern die Trauermücken wohl in unsachgemäß gelagerter Erde. Daher ist es eine gute Idee, die Erde vor Gebrauch zu sterilisieren. Dazu gebt Ihr Anzucht-Erde auf ein tiefes Backblech und schiebt das ganze für 30 – 45 Minuten bei ca. 100 – 120 Grad in den Backofen.

befallene Pflanzen umtopfen

Das funktioniert bei größeren Pflanzen ganz gut. Ich habe das mit meinen Kaffeepflanzen einmal ausprobiert. Dafür habe ich die Wurzeln meiner Pflanzen von der alten Erde befreit, sie vorsichtshalber noch ein paar Stunden in einen Eimer mit Wasser gestellt und in frische Töpfe mit frischer Erde umgetopft. Das hat auch super funktioniert. 

Bei der Anzucht scheidet das allerdings aus, die Keimlinge mit ihren zarten Wurzeln sind dafür zu empfindlich.

Anwendung von Neem-Produkten

Ne, ich wiederhole mich nicht und habe auch keinen Rechtschreibfehler gemacht. Neem hat mit den Nematoden rein gar nichts zu tun… Hier geht es um Mittelchen aus Pflanzenteilen des indischen Neem-Baums. Diese erfreuen sich wegen ihrer vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit.

Im Bereich des Pflanzenschutzes gibt es inzwischen Mittel von mehreren Herstellern. Ich habe im letzten Jahr ein flüssiges Mittel ausprobiert, welches man gut verdünnt mit dem Gießwasser anwendet.

Auch diese Methode hat gut funktioniert. Der Unterschied zu der Nematoden-Methode muss die Anwendung wiederholt werden. Bei mir war nach insgesamt 3 Anwendungen im Abstand von jeweils ca. 2 Wochen Ruhe in den Blumentöpfen. Dafür hat man nicht das Gefühl, mit lebenden Organismen zu hantieren.

Damit war ich weniger erfolgreich:

Die Erde möglichst trocken halten / Sand auf der Oberfläche verteilen

das klingt einfach und ganz wunderbar harmlos. Allerdings hat die Sache einen Haken: Gerade bei der Anzucht von jungen Pflänzchen muss die Erde feucht gehalten werden. Gerade Licht-Keimer wie Basilikum, Majoran oder Ruccola sind darauf angewiesen, dass die Erde an der Oberfläche feucht gehalten wird. Auch eine Schicht Sand würde den Pflänzchen nicht gut tun.

Aber: bei einigen „ausgewachsenen“ Zimmerpflanzen kann das eine Lösung sein. Zumindest wenn der Befall nicht so stark ist und die Pflanze bedingt mit Trockenheit klarkommt.

Streichhölzer Kopfüber in die Erde Stecken

…hab ich ausprobiert, hat nix gebracht 😉 Die Idee ist, dass der Streichholzkopf Schwefel abgibt. Klingt, als ob es funktionieren könnte und war daher den Versuch wert. War aber ein absoluter fail. Die Trauermücken haben sich so gar nicht daran gestört…

Die Pflanzen mit Alkohol besprühen

Nur der Vollständigkeit halber: die Methode hab ich nicht ausprobiert und würde das auch niemandem raten. Alkohol auf Keimlinge zu sprühen, halte ich für nicht besonders klug. Das würde die jungen Blätter und Wurzeln sicher eher austrocknen und ihnen endgültig den Rest geben. Das scheidet für mich aus.

weil Trauermücken uns alle Jahre wieder heimsuchen können

… hänge ich inzwischen immer vorsorglich Gelbtafeln im Pflanzenregal bei der Anzucht auf. So könnt Ihr dem Befall einigermaßen vorbeugen. Auf jeden Fall seht Ihr so sehr schnell, wenn Eure Anzucht befallen ist.

Was für Erfahrungen habt Ihr denn so mit Schädlichen und sonstigen „Rückschlägen“ bei der Pflanzenanzucht gemacht?

Euer Gartenkind

3 Kommentare bei „Trauermücken – die 5 besten Tipps zur Rettung Eurer Anzucht“

  1. Hey Claudia,
    ein wirklich informativer Artikel über die lästigen Mücken. Wir hatten leider zu Hause auch einen Befall dieser Mücken und haben echt vieles probiert. Wir wollten die kleinen Pflanzen nicht kampflos hergeben ;). Zu guter Letzt haben wir Fadenwürmer mit mehreren Gelbsticker genutzt. Die Methode hat am besten geholfen. Sehr zu empfehlen.

    1. Hallo Max,
      vielen Dank für Deine Anregung! An die Würmer habe ich mich selbst ja nicht heran getraut. Beim nächsten mal probier ich es aus;-)

      Liebe Grüße
      vom Gartenkind!

  2. Vielen Dank für die tollen Tipps in Ihrem Artikel. Ich werde es alleine versuchen.

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