Kichererbsen anbauen – ein Experiment

liebt Ihr Kichererbsen auch so sehr wie ich? Ich mag die leckeren Hülsenfrüchte in allen Möglichen Variationen: Im Salat, als Beilage, als Hummus und Falafel oder in der Suppe. Was liegt da für so ein Gartenkind näher als der Versuch, Kichererbsen „einfach“ selbst anzubauen. Wie mir das gelungen ist? Lest und lernt (aus meinen Fehlern) 😉

Wieso Kichererbsen anbauen?

Kichererbsen sind sooo lecker – Darum! Aber davon abgesehen, sind sie auch super gesund. Wie eigentlich alle Hülsenfrüchte. Die Kichererbse ist zwar nicht gerade kalorienarm, enthält aber wenig Fett, dafür eine Menge Eiweiß und Ballaststoffe. Außerdem wartet Sie mit einigen wertvollen Vitaminen auf (Vitamin A, B, C und E) und ist eben unglaublich flexibel einsetzbar!

Nun kann man Kichererbsen ganzjährig als Trocken-Vorrat oder vorgekocht in Gläsern oder Dosen im Supermarkt kaufen. Wie Ihr Euch denken könnt, sind die aber nicht gerade „aus der Region“. Im Supermarkt kaufen wir natürlich „Importware“ meistens aus dem Mittelmeerraum. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist das also nicht. Nicht ohne Grund werden in unseren Breitengraden wenig Kichererbsen angebaut. Sie brauchen es eben warm und sonnig.

Weil ich aber sowieso so gerne im Gemüsebeet und Gewächshaus „herumexperimentiere“, wollte ich einfach mal einen Versuch starten:

Das Kichererbsen-Experiment

Ich habe also versucht, mich ein bisschen Schlau zu machen über den Anbau meiner derzeitigen Lieblings-Hülsenfrucht. Das war gar nicht so einfach. In keinem meiner Gartenbücher taucht sie auf. Aus den Informationen aus dem web habe ich schließlich geschlossen, dass das Gewächshaus der geeignete Ort für meine Kichererbsen sein sollte. Nur hat sich das am Ende als der große Fehler herausgestellt…

Die Vorbereitung und Anzucht…

…lief zunächst einmal wie am Schnürchen!

Kichererbsen-Saatgut gibt es im Handel meistens nur für Sprossen. Ob dasselbe Saatgut auch für Planzen geeignet ist? Vermutlich schon. Ich habe mich am Ende dazu entschieden, getrocknete Kichererbsen aus dem Supermarkt zu nehmen. Und dann mal sehen, was passiert. Ist schließlich ein Experiment 😉

Wie bei allen Hülsenfrüchten ist es ratsam, die Kichererbsen erstmal einzuweichen. In dem Fall habe ich die kleinen Perlen im Wasser liegen lassen, bis sich Keime gezeigt haben. Sicher ist sicher. Wichtig ist dabei, dass Ihr täglich das Wasser wechselt. Sonst kippt es und „gammelt“ unappetitlich vor sich hin.

Ab in die Erde… die Anzucht der Pflänzchen

Schon nach ein paar Tagen zeigen sich die ersten zarten Keime. jetzt können die Samen in die Erde gebracht werden.

Dazu nehmt Ihr einfach eine flache Schale, füllt Sie zur Hälfte mit Erde, drückt diese gut fest und legt die kleinen Keimlinge darauf.

Jetzt gebt Ihr Erde darüber. Ungefähr in derselben Stärke, wie die Samen. Die Schale wird mit einer Glasplatte oder Plexiglas abgedeckt. Ihr müsst das Ganze jetzt nur noch an einen möglichst sonnigen und warmen Platz stellen und immer leicht feucht halten.

Schon nach sieben Tagen sehen die Pflänzchen dann so aus. So durften Sie noch eine Weile auf der sonnigen Fensterbank verharren…

Aus der Kinderstube ins Gewächshaus

Nach drei Wochen habe ich die Pflanzen dann ins Gewächshaus gesetzt. Das war in der zweiten Aprilwoche. Ich war mir zu dem Zeitpunkt sicher, dass es im Gewächshaus nun keinen Frost mehr geben würde. Das stimmte auch. Dass das Gewächshaus der richtige Ort für die Aufzucht von Kichererbsen ist, stimmt allerdings nicht, wie gesagt…

Hier sah alles noch ganz toll und vielversprechend aus. Die Kichererbsen-Schoten sind grün und sehen ganz gesund aus. Jede Schote beherbergt 2 Früchte. Eine große, die geerntet und gegessen wird und eine ganz kleine, die normalerweise nicht verwendet wird.

Ihr habt ganz recht: die Pflanze sieht ja ganz vertrocknet aus! Das ist aber gar nicht schlimm. Im Gegenteil. Sobald Ihr den Eindruck habt, Eure Pflanzen haben alle Blüten in ausgewachsene Schoten umgewandelt, solltet Ihr die Planzen nur noch sehr sparsam gießen.

Auf zum Endspurt im Kichererbsen-Experiment

Man lässt die Erbsen an der Planzen trocknen. Natürlich trocknet indes auch die komplette Planzen ein. Im gewerblichen Kichererbsen-Anbau wird die Ernte dann, wie beim Getreide, durch „dreschen“ gewonnen. Wir haben unseren winzigen Ertrag natürlich von Hand gepflückt 😉

Aber was ist denn nun schief gegangen?

Oben habe ich Euch ja schon verraten, dass die Aufzucht im Gewächshaus sich als Fehler erwiesen hat. Tatsächlich sah unser Ertrag wirklich dürftig aus. bei näherer Betrachtung waren viele der Schoten einfach verfault. So konnten natürlich keine Früchte reifen.

So sahen unsere unterschiedlichen Schoten aus. Ganz links seht Ihr eine Schote, die noch nicht richtig reif ist. Die mittlere Schote ist ganz ordentlich hätte aber noch ein Bisschen trocknen können. Das Exemplar rechts lässt schon vermuten, dass darin keine Kichererbse herangereift ist.

und das war im Grunde unsere ganze Ausbeute. Die grünen Kichererbsen sind noch gar nicht reif und damit auch nicht nutzbar. Hülsenfrüchte reifen nach der Ernte nicht nach. Auch die wenigen reifen Früchte waren eher mickrig.

Mein Fazit

Die Aufzucht von Kichererbsen ist im Grunde genommen einfach. Sie keimen leicht und wachsen mit Hilfe von Sonne und wärme schnell zu stattlichen Planzen heran.

Obwohl die Planzen viel Sonne und wärme brauchen, ist das Gewächshaus allerdings nicht der richtige Ort für die Aufzucht. Hier ist die Luft einfach zu feucht. Kichererbsen mögen es sonnig, warm und trocken! Ich vermute dass ist der Grund, warum der größte Teil der Schoten einfach verfault oder verschimmelt ist, ohne Früchte auszubilden.

Hätte ich nur gewusst, wie viel Sonne, Wärme und Trockenheit der Sommer 2018 uns bringen würde – dann hätte ich die Pflanzen vielleicht draußen im Hochbeet ausgepflanzt. Es wäre wahrlich der ideale Sommer für Kichererbsen gewesen.

Übrigens…

Rohe bzw. getrocknete Kichererbsen enthalten einen Giftstoff (Phasin). Der verursacht Übelkeit und Krämpfe. Also niemals „vom Strauch naschen“. Erst wenn die Hülsenfrüchte gekocht sind wird der Giftstoff zersetzt und damit unschädlich gemacht.

Und nun?

Ich versuche es in der kommenden Saison einfach nochmal. Natürlich im Freiland. Wahrscheinlich wird der Sommer 2019 dann genauso verregnet wie 2017, nur um mich zu ärgern 🙁 Aber dann bitte ich denn Mann im Garten, den Kichererbsen ein Regendach zu bauen. Er wird fürchterlich die Augen verdrehen – bevor er dann losbaut 😉

Ich freue mich schon sehr und habe mir fest vorgenommen, Euch 2019 wieder viel, viel mehr aus unserem Garten zu berichten!

Also, bis ganz bald! herzlichst

Eure Gartenkinder

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