Hiiiilfe! – unsere Tomaten sehen krank aus…

So sieht das typische Symptom der Blütenendfäule aus

Ihr lieben, unsere Tomaten machen uns Kummer. Man könnte sogar sagen, dass uns unsere liebevoll gezogenen Pflanzen tatsächlich sogar etwas in Panik versetzt haben! Die Pflanzen sind alle total schön und kräftig. Vor allem die im Gewächshaus haben uns bisher richtig Stolz gemacht. Und jetzt? Unser Tomaten sehen krank aus. Nicht alle. Nur ausgerechnet die Sorte, auf die wir uns am meisten gefreut haben! Aber jetzt mal ganz von vorne…

Neben einigen anderen Pflanzen haben wir im Frühjahr drei verschiedene Sorten Tomaten gesät. Mini-Datelltomaten, „normale“ Datteltomaten und eine Fleischtomate. Die „Berner Rose“. Eine Bio-Demeter-Sorte. Auf die Früchte freuen wir uns besonders. Und da kommt unser Problem. Gerade die Berner Rose ist es, die uns Kummer bereitet.

Die Pflanzen sehen super kräftig aus. Aber die Früchte bekommen am Blütenansatz hässliche braune Flecken. Meine persönliche Gartenberaterin (also meine Ma  😉  ) hatte auch keine Erklärung dafür. Nach Ihrer Erfahrung bekommen Tomaten braune flecken, wenn Sie zu viel Regen abbekommen haben. Aber das ist im Gewächshaus wohl ausgeschlossen.

Tomatenkrankheit „Blütenendfäule“

Nach einiger Recherche in Büchern und im Netz war mir klar: Unsere Tomaten leiden an „Blütenendfäule“. Das ist eine Krankheit die sich typischerweise durch braune Flecken am Blütenansatz der Frucht bemerkbar macht. Die gute Nachricht: es handelt sich bei der Blütenendfäule nicht um Pilze, Bakterien oder sonstige Schädlinge. Daher ist die Krankheit auch nicht auf benachbarte Pflanzen übertragbar. Ihr braucht befallene Pflanzen also nicht gleich entfernen und vernichten.

Unsere Tomaten sind krank. Hier sieht man die Symptome der Blütenendfäule - Braune Flecken am Blütenansatz
Symptome der Blütenendfäule

Im Netz gibt es zahlreiche Tips zur Bekämpfung der Krankheit. Plausibel schien mir, dass diese Tomatenkrankheit durch Kalzium-Mangel entstehen kann. Ein kalziumhaltiger Blattdünger sollte da die Lösung sein. Den zu bekommen ist aber gar nicht so einfach.

Nach vielen verwirrenden Infos und Tips aus irgendwelchen Foren war ich es leid. Daher habe ich den Saatgut-Händler meines Vertrauens – die Beetfreunde angeschrieben. Hier hatte ich schließlich auch meine Tomatensamen bestellt. Und ich wurde nicht enttäuscht! Innerhalb kürzester Zeit hatte ich eine superhilfreiche Antwort!

Folgende Tips habe ich von den Beetfreunden erhalten:

Blütenendfäule tritt demnach auf wenn…
  • der Boden zu kalt ist
  • zu wenig oder schlagartig gegossen wird
  • die Pflanze zu schnell wächst
  • die Belüftung schlecht ist
  • auch Kalziummangel war Thema
Abhilfe kann man schaffen indem man…
  • mehrmals wenig gießt anstatt einmal alles zu überschwemmen
  • das Wasser in einer Gießkanne ein wenig stehen lässt, damit es die Umgebungstemperatur annimmt
  • Triebe aus den Blattachsen regelmäßig ausgeizt
  • speziell bei der Berner Rose die Blätter bis zur ersten Frucht-Traube entfernt (das schafft bessere Belüftung)
  • Die befallenen Tomaten konsequent abschneidet
  • ggf. den Boden kalkt

Auch eine Behandlung mit Brennnessel-Jauche oder Ackerschachtelhalm-Extrakt zur Pflanzenstärkung wurde mir noch ans Herz gelegt.

Durchhalten lohnt sich

Die Pflanze einfach abschreiben und sich auf die anderen Tomatensorten freuen geht auch. Ist aber für uns keine Option. Daher haben wir die tollen Tips gleich umgesetzt. Ich habe den Boden um die Tomaten herum mit Kalk aufgepeppt. Außerdem hatten meine Pflanzen nah am Boden ziemlich kräftigen Seitentriebe entwickelt. Die habe ich zwecks besserer Belüftung gleich geopfert. Denn zugegeben – unsere Tomaten haben wir vielleicht ohnehin ein bisschen zu dicht gepflanzt.

Die riesigen Seitentriebe mit ein paar kleinen Früchten haben wir geopfert. In der Hoffnung, dass die Haupttriebe jetzt gesund weiter wachsen!
Die abgeschnittenen Seitentriebe der kranken Tomaten
So sahen die Tomatenpflanzen nach dem Entfernen der Seitentriebe aus.
schlanke Tomatenpflanzen ohne die großen Seitentriebe

Gegossen wird jetzt nur noch mit der Gießkanne. Und zwar dreimal am Tag in Maßen und aus der Regentonne. Vorher habe ich immer Abends ordentlich mit dem Schlauch gewässert (Brunnenwasser, geschätzte 4 °  🙁  ). Ausgegeizt haben wir ja schon immer ganz fleißig. Davon haben wir Euch im Beitrag „Tomatenpflanzen hegen und pflegen“ ja schon berichtet.

Schon jetzt, nur ein paar Tage später, glaube ich Erfolge zu sehen. Seit drei Tagen habe ich keine einzige Tomate mehr gefunden, die krank aussieht – im Gegenteil! Dennoch haben wir vorsichtshalber mal eine Ackerschachtelhalm-Brühe angesetzt – kann ja nicht schaden 😉

Die Tomaten sehen jetzt super gesund aus. Nur rot müssen sie noch werden!
So sehen gesunde Tomaten aus

Unser Fazit:

Ich denke, die Berner Rose ist eine ganz tolle Tomatensorte. Vermutlich ist sie nicht empfindlicher gegen Krankheiten als alle anderen Tomatensorten. Unsere Pflanzen haben eben das Pech, in unserem Gewächshaus ein bisschen zu dicht zu stehen. Außerdem steht die Berner Rose ganz hinten in unserem Gewächshaus – die am schlechtesten belüftete Stelle! Und die Pflanzen, die wir in Kübeln am Haus stehen haben erfreuen sich sowieso bester Gesundheit!

Im Moment sehen jedenfalls alle Früchte super aus. Wir freuen uns schon auf die Ernte! Über den Geschmack werden wir Euch später dann berichten. Die Erwartungen daran sind jetzt natürlich noch ein bisschen höher 😉

Wie sieht das bei Euch aus? Hat Euch Euer Gemüse in diesem Jahr auch schon Sorgen bereitet?

Wir wünschen Euch auf jeden Fall allen eine tolle und Komplikationslose Ernte! Und den Beetfreunden senden wir 1000 Dank und viele liebe Grüße!

♥lichst

Eure Gartenkinder

2 Replies to “Hiiiilfe! – unsere Tomaten sehen krank aus…”

  1. Sehr schöner und hilfreicher Beitrag. Ich wünsche euch noch viel Erfolg und eine reichliche ernte.LG Adisa (prinzessingaertlein) 😉

    1. Vielen Dank, liebe Adisa! Wir tun unser Bestes! Bisher sieht immernoch alles geht aus😊

      Ganz liebe Grüße aus Bielefeld!
      Claudia

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