Gemüseanzucht – es geht in die zweite Runde!

Während wir Tomaten, Paprika, Chili und ein paar Kräuter schon fleißig pikieren, Geht es für einige Gemüse gerade erst los! Am Samstag haben wir unseren Tag der Aussaat von Kürbis-Gewächsen gewidmet. Wieso einen ganzen Tag? Das erklären wir Euch gerne…

Kürbis-Aktion für Kids

Am besten, ich „zäume das Pferd mal von hinten auf“. Für den Samstag Nachmittag hatten wir einen festen Termin. Der Geflügelzucht- und Gartenbauverein organisiert für die Kinder in diesem Jahr einen Kürbis-Wettbewerb. Die Idee: Jedes teilnehmende Kind sät selbst eine Kürbispflanze und pflegt sie dann zu Hause weiter. Im Rahmen der Geflügel- und Gartenausstellung im Herbst, wird dann der schönste und größte Kürbis prämiert.

Die Anzucht hat in einer Gemeinschafts-Aktion stattgefunden. Ein Vereinsmitglied, betreibt eine kleine Gärtnerei. Die Gärtnerei Becker im Süden von Bielefeld. Ulli Becker ist ein Gärtner der „alten Schule“. Seine Gärtnerei hat keinen Internet-Auftritt. Ein Schock für die Bloggerin in mir! worauf soll ich denn dann verlinken? 😆 Ulli hat den Kindern dabei ganz nebenbei erklärt, was bei der Pflanzenanzucht zu beachten ist.

Hier ein paar Bilder von der Aktion…

Ulli Becker erklärt den Kids die grundlegenden Handgriffe und die sinnvolle Anordnung der Arbeitsmaterialien
gegärtnert wird mit den bloßen Händen – wer braucht schon Handschuhe 😉
…auf zum „Praxis-Teil“
Ohne das richtige Angießen haben die Samen keine Chance

Lange rede, kurzer Sinn: Bei dieser Aktion sollten alle Kinder dieselben Kürbisse ziehen. Wegen der Vergleichbarkeit – logisch! Die Wahl der Organisatoren war auf Riesen-Kürbisse gefallen. Gut für Wettbewerbe, eher schlecht für den späteren Küchen-Gebrauch…

Kürbis- und Gurken Aussaat für den Hausgebrauch

…und weil wir das vorher wussten, haben wir morgens schon Kürbisse, Zucchini und Gurken für den Gemüsegarten gesät. Wir mögen im Herbst wirklich gern Kürbis. Und mein großer Sohn und ich lieben Zucchini. Naja, und an Salatgurken versuchen wir uns auch noch. All diese Sorten gehören übrigens zur großen Familie der Kürbis-Gewächse.

Anzucht-Töpfchen aus Papier

Für die Anzucht haben wir uns Papier-Töpfchen mit unserem Paperpotter hergestellt. Das hat so viele Vorteile!

  • Ihr verbindet dabei das Gärtnern mit dem Papier-Recycling
  • Das Material ist günstig und immer zur Hand
  • Ihr könnt unendlich viele Anzucht-Gefäße herstellen
  • Das pikieren entfällt (da in dem kleinen Topf nur jeweils ein Samenkorn gesät wird)
  • Ihr könnt Eure Jungpflanze später mit samt dem Papier-Töpfchen einpflanzen – Das Töpfchen kompostiert später im Boden
  • Ihr könnt die Töpfchen direkt beschriften. Mit einem normalen Kugelschreiber hält das locker bis zum einpflanzen. Ihr braucht also erstmal keine extra Etiketten.

Natürlich dauert das „Töpfe wickeln“ eine weile –  je nach der benötigten Menge. Aber es ist eine sehr meditative Aufgabe. Und Kinder helfen super gern dabei  😉

Was es bei den Papier-Töpfchen zu beachten gibt
  • geeignet ist jedes Papier, was nicht irgendwie beschichtet ist. Hochglanz-Prospekte gehen nicht, da sie nicht schnell genug verrotten.
  • Obwohl man die Töpfchen auch mit anderen Hilfsmitteln herstellen kann, finde ich die Herstellung mit dem Paper-Potter am sinnvollsten. Die Töpfchen werden schön stabil und haben einen festen Stand. Man braucht nicht einmal Kleber um sie zu fixieren.
  • Stellt die Töpfchen nicht zu dicht aneinander. Wir haben in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass zu dicht stehende Papierköpfchen zum schimmeln neigen.
  • Nehmt gute Anzucht-Erde zum befüllen und drückt diese gut an. Dafür gibt es extra „Stempel“. Man kann aber auch ein rundes Stück Holz, wie etwa einen abgesägten Besenstiel nehmen.
Und so sah das dann am Samstag bei uns aus
unser Paper Potter

So sieht der Paperpotter von unten aus. Das Große Teil ist das Gegenstück. Das Papier wird um den Paper-Potter gewickelt. So, dass am unteren Rand ein gutes Stück über steht. Dieses wird dann unten umgeschlagen. Wenn man das ganze nun fest in das Gegenstück drückt und etwas dreht, entsteht ein fester Topf.

Der Boden des Papier-Töpfchen ist stabil und standfest – ganz ohne Kleber

Ansonsten benutzen wir als weiteres Arbeitsmaterial einen alten Löffel oder ein Unkrautstecher zum Befüllen, ein Stück Holz zum andrücken der Erde und einen Kugelschreiber.

Die Töpfchen haben wir nicht ganz voll gemacht. Die Samen müssen ja später mit Erde bedeckt werden.

In jedes Papier-Töpfchen haben wir eine Samenkorn gegeben. Anschließend das ganze mit Anzuchterde bedeckt und noch einmal etwas angedrückt. Jetzt müsst Ihr das ganze nur noch an einen warmen, sonnigen Platz stellen. Nach 10 bis 14 Tagen sollten sich dann die ersten Keimlinge zeigen.

Sobald sich die ersten Laubblätter zeigen, solltet Ihr sie dann in größere Töpfe mit guter Erde setzen. Nach draußen sollten die Kürbis-Gewächse erst nach den Eisheiligen. Wann die anstehen, könnt ihr hier nachlesen.

So kann man also einen ganzen Tag (naja fast einen ganzen Tag) mit der Anzucht von Kürbis und Co. verbringen. Und wir freuen uns jetzt schon auf die Ernte im Sommer und Herbst.

♥lichst,

Eure Gartenkinder

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