Erdbeerzeit!

Es ist Erdbeerzeit! Und wer mag Sie nicht, diese kleinen süßen Verführerinnen? Erdbeeren sind einfach köstlich. Sie gehören zum Sommer wie Eiscreme und Sonnenschein. Und gerade weil es sie nur im Sommer gibt sind sie etwas ganz besonderes! Natürlich gibt es die süßen Früchte inzwischen nicht nur zur Erdbeerzeit in unseren Supermärkten zu kaufen. Aber wer schon einmal im Winter Erdbeeren aus dem Supermarkt gegessen hat weiß: Es ist nicht dasselbe!

Das hat auch gute Gründe. Denn Erdbeeren, die zu beinahe jeder Jahreszeit in unseren Supermärkten angeboten werden, haben weite Wege hinter sich. Und Erdbeeren reifen nicht nach. Deshalb werden hier Sorten angeboten, die nicht auf Geschmack, sondern vor Allem auf Transportfähigkeit gezüchtet wurden. Außerdem sind diese Erdbeeren meist stark mit Pestiziden belastet.

Wir verzichten daher auf „Wintererdbeeren“. So bleibt der Genuss auch etwas ganz besonderes. Im letzen Jahr haben wir in einem unserer „Recycling-Hochbeete“ ein Erdbeer-Beet angelegt. (Die Hochbeete sind Teil der Abgrenzung unseres Schildkröten-Geheges. Über die Entstehung habe ich hier berichtet.)

Hierzu haben wir am Boden des Beetes einen feinen Draht ausgelegt. So können sich Wühlmaus und Co. nicht von unten „anschleichen“. Anschließend haben wir das Beet mit einer Mischung aus Gartenerde und Kaninchenmist (ein Super-Dünger) gefüllt. Das ganze haben wir mit 7 jungen Pflänzchen bestückt.

Wir haben uns dazu entschieden, zwei verschiedene Sorten zu pflanzen. Zwar sind die meisten Zucht-Erdbeeren selbstbefruchtend. Dennoch empfiehlt es sich, mehrere Sorten zu pflanzen. Die Qualität der Früchte wird dann besser.

Im letzten Jahr hielt sich unser Ertrag in Grenzen. Wir konnten in der Erdbeerzeit zwar hier und da ein paar Früchte naschen. Für einen Kuchen oder einen leckeren Nachtisch für vier Personen sind wir dann aber doch zum Pflücken beim Bauern gegangen.

Dieses Jahr sieht das schon ganz anders aus. Erst am Sonntag haben wir eine große Schale Erdbeeren geerntet. Das ergab schon einen ausgewachsenen Nachtisch für uns vier! Heute, nur zwei Tage später, habe ich wieder eine ganze Schale gepflückt. Dieses mal habe ich unsere „Ausbeute“ mal gewogen – es waren fast 700g!

Das Erdbeerpflanzen den vollen Ertrag erst im zweiten Standjahr entwickeln ist ganz normal. Außerdem haben sich unsere 7 Pflanzen seit dem letzen Jahr auch kräftig vermehrt. Es haben sich unzählige Ausläufer gebildet. Diese sind fleißig in und um das Hochbeet herum angewachsen. Viele dieser Ausläufer habe ich einfach entfernt.

Wer möchte, kann seine Erdbeerpflanzen auch gezielt über diese Ausläufer vermehren. Dies sollte man auch spätestens im dritten oder vierten Jahr tun, wenn man weiterhin eigene Erdbeeren ernten möchte. Denn Erdbeerpflanzen bringen dann nur noch wenig oder gar keinen Ertrag mehr.

Wir haben daher vor, im dritten Jahr über die Ausläufer junge Pflanzen heranzuziehen. Am besten macht man dies, indem man einfach die Ausläufer in Kleine Töpfe mit Erde legt. Dort fixiert man sie, z.B. mit einem Drahtbügel. Sobald die Ableger dann Wurzeln gebildet haben, kann man Sie von der „Mutterpflanze“ abtrennen.

Die Jungen Pflänzchen sollte man dann im nächsten Jahr an anderer Stelle pflanzen. Das Ursprüngliche Erdbeer-Beet kann dann erst wieder für die nächste Generation (also frühestens in drei bis vier Jahren) genutzt werden. Sonst können Pilz- und andere Wurzelerkrankungen auftreten.

Übrigens kann man viele Erdbeer-Sorten auch super auf dem Balkon anbauen. In Blumenampeln und -kästen sehen sie toll aus und man hat immer etwas zum naschen.

Noch ein paar „botanische Fakten“ über die Erdbeere: Erdbeeren sind Rosengewächse. Ihre Früchte sind rot und glatt mit kleinen grünen Samen. Sie sind botanisch betrachtet keine Beeren, sondern Sammelnuss-Früchte. Die Sammelnüsse sind eben diese winzigen grünen Körnchen an der Oberfläche. Erdbeeren lieben die volle Sonne. Dies gilt zumindest für die Zucht-Sorten. Walderdbeeren mögen es natürlich eher Schattig  😉

Also: ganz egal, wo Ihr Eure süßen Früchtchen pflanzt. Es lohnt sich ganz bestimmt und wir wünschen Euch ganz viel Spaß damit!

 

7 Kommentare

  1. Ach wie toll! 700g ist ja echt eine stolze Ernte. Unsere drei Erdbeerpflänzchen werfen lang nicht so viel ab. Trotzdem lassen wir uns die Süße jeder einzelner Beere auf der Zunge zergehen, denn die Erdbeerzeit will genossen werden.
    Liebe Grüße, Eva

    1. Hallo liebe Eva,
      Ich finde auch, jede Erdbeere zählt! Vor allem, weil die eigene Ernte gleich nochmal so lecker ist!
      ganz liebe Grüße
      Claudia

  2. Hallo Claudia , eine schöne Seite habt ihr da!
    Bielefeld? Ich komme gebürtig aus Verl und wohne nu im Münsterland .
    Sag einmal, wie heißt euer Hund, also die Tasse meine ich.
    Liebe gruss
    Marion

    1. Hallo Marion,
      Das ist ja witzig! Wir leben ganz im Süden von Bielefeld. Nach Verl ist es ein Katzensprung… Du bringst mich gerade darauf, dass ich Cleo noch gar nicht richtig vorgestellt habe. Sie ist eine Rhodesian Ridgeback Hündin.
      Ganz liebe Grüße nach Münster,
      Claudia

  3. Natalja Höcker sagt:

    Hi Claudia, wow, das Erdbeer-Beet sieht ja wirklich toll aus! Ich werde das Bild mal in unserer neuer Schule zeigen, die bauen in der oggs auch Erdbeeren an, allerdings direkt auf dem Boden und die Früchte sind dann schmutzig, weil sie auf der Erde liegen. In so einem Recycling- Hochbeet kann das nicht passieren und sieht außerdem noch toll aus. Vllt. finden wir in unserem Garten auch noch ein Plätzchen, wenn wir mal soweit sind…😅

    1. Hi Natalja,
      So ein Hochbeet ist wirklich viel einfacher zu pflegen. Ich freu mich jeden Tag darüber. Ein tolles Projekt für eine OGS!😉
      Liebe Grüße,
      Claudia

  4. […] Warum, und was es bei der Pflege von Erdbeeren sonst noch zu beachten gibt, das könnt Ihr hier […]

Kommentare sind geschlossen.